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Schock und Entsetzen in Kronach: Lear verkündet Schließung der Produktion bis Ende 2025

15.03.2021 I Die Geschäftsleitung der Lear Corporation GmbH hat am Dienstag alle Mitarbeiter darüber informiert, dass die Produktion von Licht und Audio Modulen am Standort Kronach nicht fortgeführt werden soll. Das würde das Aus für über 400 Beschäftigte bedeuten. Eine offizielle Stellungnahme der Geschäftsleitung liegt nicht vor.

Die Sparte Audio und Licht hatte im Lear Konzern seit Jahren eher ein stiefmütterliches Dasein geführt. Seit Längerem bemängeln die Betriebsräte vor, Ort, dass sich das lokale Management, aber auch die zuständigen Headquarters in Spanien und USA nicht genug für den Fortbestand der Produktion am Standort Kronach einsetzen, sondern eher noch Unterstützung für andere Standorte lieferten.

Seit Anfang 2020 wurde versucht, die Audio- und Licht-Sparte durch einen Verkauf aus dem Konzern zu lösen. Nach dem Scheitern des Verkaufs Anfang Januar schwante den Betriebsräten schon Böses. Doch dass die komplette Produktion bis spätestens Ende 2025 geschlossen werden soll, ist ein Paukenschlag, auch für den gebeutelten Kronacher Industriestandort. „Wir sind unfassbar enttäuscht und wütend, gerade auch auf das Management.“, so Manuela Walther, Betriebsratsvorsitzende, „Der Betriebsrat wird für den Standorterhalt kämpfen.“

Es komme zwar immer wieder zu Neuanläufen, aber nicht in Deutschland, sondern in Low-Cost Countries wie Marokko oder Mexiko. Besonders bitter ist die Tatsache, dass Aufträge in greifbarer Nähe wären, die die Produktion über 2025 hinaus sicherstellen könnten, der Lear Konzern aber kein Interesse an diesen gewinnbringenden Aufträgen mehr hat.

Nicole Ehrsam, Politische Sekretärin der IG Metall Coburg, ist entsetzt über das Gebaren des Arbeitgebers. „Ein modernes, hochtechnologisches Unternehmen mit sehr flexiblen Facharbeiter*innen, das auch noch profitabel arbeitet, einfach so vor die Wand zu fahren, ist völlig unverständlich.“

Der Betriebsrat und die IG Metall nehmen mit dem Arbeitgeber Verhandlungenauf. Für den Erhalt der Arbeitsplätze hoffen wir auf ein breites Bündnis in der Region aus Politik, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft.

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